Zinkmangel beim Pferd erkennen — und richtig einordnen
Zink ist an hunderten Stoffwechselprozessen beteiligt — an Haut, Fell, Huf, Immunsystem und Wundheilung. Kein Wunder, dass es zu den ersten Verdächtigen zählt, wenn etwas nicht rundläuft.

Woran man ihn erkennt — und woran nicht
Typische Hinweise sind schuppige oder empfindliche Haut, schlechte Fell- und Hornqualität, schlecht heilende kleine Wunden und erhöhte Infektanfälligkeit.
Der Haken: Keines dieser Zeichen ist beweisend. Sie passen genauso zu einem Kupfer-, Biotin- oder Selenmangel — oder zu ganz anderen Ursachen. „Sieht nach Zinkmangel aus“ ist deshalb eine Vermutung, keine Diagnose. Genau hier lohnt die Messung statt des Ratens.
Warum Zink so häufig knapp ist
Die Grundration aus Heu und Weide liefert oft weniger Zink, als das Pferd braucht. Der Gehalt schwankt stark mit Standort, Schnitt und Jahrgang — viele Böden sind von Natur aus zink- und kupferarm, und das ist kein regionales Phänomen, sondern in ganz Deutschland verbreitet.
Dazu kommt ein zweiter, oft übersehener Punkt: das Wechselspiel mit Eisen. Ist gleichzeitig viel Eisen im Spiel — über Grundfutter, Erdanhang oder Wasser — wird selbst vorhandenes Zink schlechter aufgenommen. Dann liegt kein Zumangel in der Ration vor, sondern eine Konkurrenz um die Aufnahme. Mehr dazu im Artikel zum Eisenüberschuss.
Das Zink-Kupfer-Verhältnis — einfach erklärt
Zink und Kupfer sind wie zwei Kollegen, die sich denselben Eingang teilen. Kippt das Verhältnis, drängelt der eine den anderen weg. Als Orientierung gilt ein Verhältnis von etwa 3:1 bis 4:1 (Zink zu Kupfer).
Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Zahl, sondern das Gleichgewicht: Wer nur Zink in großen Mengen gibt, kann ungewollt einen Kupfermangel auslösen — und hat am Ende ein neues Problem statt einer Lösung. Es geht also nie um ein einzelnes Element, sondern immer um das Zusammenspiel.
Warum „einfach Zink zufüttern“ oft nicht reicht
Drei Gründe: Erstens kann ein Eisenüberschuss die Aufnahme blockieren — dann verpufft die Extra-Portion. Zweitens stört zu viel Zink das Kupfer. Und drittens weiß man ohne Messung gar nicht, ob Zink überhaupt das Problem ist. Gezielt ergänzen schlägt pauschal draufpacken.
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