Mein Pferd ist schlapp — Mängel, Fütterung oder etwas anderes?
„Schlapp“ ist ein Sammelbegriff für vieles — von harmlos bis ernst. Deshalb lohnt ein geordnetes Vorgehen statt Aktionismus.

Zuerst: der Tierarzt
Bevor man an Fütterung oder Training denkt, gehören ernste Ursachen ausgeschlossen. Sofort zum Tierarzt gehört dein Pferd bei Fieber, plötzlicher Antriebslosigkeit, Atemnot, Kolik-Anzeichen, blassen Schleimhäuten oder deutlich nachlassender Leistung ohne erkennbaren Grund.
Blutbild, Organcheck und die Abklärung von Themen wie Anämie, Infekt, EMS oder PPID stehen am Anfang. Das ist kein Detail, sondern die Grundregel.
Dann: Fütterung und Versorgung
Ist das Pferd medizinisch abgeklärt, rücken Fütterung und Mineralhaushalt in den Blick. Häufige Ursachen für Leistungstiefs:
- Selen und Vitamin E — beide zentral für die Muskelfunktion. Gerade in heulastiger Winterfütterung sinkt Vitamin E, und viele Böden sind selenarm.
- Energie- und Eiweißmangel — zu wenig oder zu geringwertiges Protein zehrt an Muskulatur und Kondition.
- Mineralstoff-Ungleichgewichte, inklusive eines Eisenüberschusses, der wichtige Spurenelemente blockiert.
Wichtig: Selen hat einen engen Sicherheitsbereich — zu viel ist schädlich. Deshalb nie auf Verdacht hochdosieren, sondern messen.
Trainingszustand abgrenzen
Manchmal ist es schlicht Kondition. Ein Pferd, das nach der Winterpause oder nach Krankheit wenig gearbeitet wurde, ist verständlicherweise nicht fit. Baut sich die Leistung mit ruhigem, planmäßigem Training über Wochen wieder auf, war es vermutlich der Trainingszustand. Bleibt es trotz sinnvollem Aufbau flau, lohnt der Blick auf die Versorgung.
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