Zusatzfutter — was überflüssig ist und was gegeneinander arbeitet
Der Futterschrank vieler Pferdebesitzer ist über Jahre gewachsen: ein Mittel gegen dies, eins für das, dazu ein Tipp aus dem Stall. Am Ende steht eine teure Sammlung — die sich manchmal selbst im Weg steht.

Was gegeneinander arbeitet
Mineralstoffe sind ein Gleichgewicht. Stapelt man Produkte, kippt es:
- Calcium und Phosphor — viel Kleie oder Getreide dreht das Verhältnis ins Ungünstige; das geht auf die Knochengesundheit.
- Zink und Kupfer — zu viel des einen verdrängt das andere.
- Eisen gegen Zink und Kupfer — ein Eisenüberschuss bremst beide aus.
- Selen — hier wird es heikel: Stapelt man mehrere selenhaltige Produkte, kommt man schnell in einen Bereich, der schädlich ist. Selen hat einen engen Sicherheitsspielraum.
Was fast immer überflüssig ist
Pauschale „Immun-Booster“ ohne klaren Bedarf, „Entgiftungs“-Kuren, zwei Mineralfutter nebeneinander und Hufmittel ohne wirksame Biotin-Dosis.
Ein Sonderfall, der oft unterschätzt wird: Knoblauch. In größeren Mengen kann er bei Pferden die roten Blutkörperchen schädigen. Das heißt nicht, dass er verboten gehört — aber es heißt, dass die Menge stimmen muss und man nicht dauerhaft und beliebig zufüttern sollte. Wie so oft entscheidet die Dosis, nicht das Etikett.
Wo sich das Geld wirklich lohnt
- Ein gutes Basis-Mineralfutter, passend zur Grundration.
- Biotin in ausreichender Dosis bei Hufproblemen — dafür gibt es gute Belege.
- Vitamin E in der heulastigen Winterfütterung.
- Selen in selenarmen Regionen — aber dosiert, nicht auf Verdacht.
- Salz — schlicht, günstig und ganzjährig wichtig.
Der Spareffekt entsteht meist nicht durch mehr, sondern durch das Weglassen des Überflüssigen bei gleichzeitig gezieltem Ergänzen des wirklich Fehlenden. Unterm Strich bleiben so häufig zweistellige Beträge im Monat übrig.
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