Fütterung im Jahresverlauf — Weide, Fellwechsel, Winter
Ein Pferd im Januar hat andere Bedürfnisse als im Mai. Wer die Fütterung mit den Jahreszeiten mitdenkt, beugt vielen Problemen vor, statt hinterherzureparieren.

Frühjahr: Anweiden mit Bedacht
Junges Gras ist reich an Zucker und Fruktan — was für empfindliche Pferde (EMS, Hufrehe-Neigung) heikel ist. Deshalb gilt: langsam anweiden und über Wochen steigern. Gleichzeitig liefert frisches Gras reichlich Vitamin E und Eiweiß, der Stoffwechsel läuft hoch.
Sommer: beobachten
Mit der Reife ändert sich das Gras, der Zuckergehalt schwankt mit Wetter und Tageszeit. Für die meisten Pferde unproblematisch — für stoffwechselempfindliche einen Blick wert.
Fellwechsel: der Bedarf steigt
Zweimal im Jahr kostet der Fellwechsel Kraft. Der Bedarf an Eiweiß, Zink, Kupfer, Biotin und schwefelhaltigen Aminosäuren steigt spürbar, ebenso der Energiebedarf. Ein gut versorgtes Pferd wechselt schneller und gleichmäßiger — ein knapp versorgtes hängt lange im stumpfen Übergangsfell.
Winter: an Vitamin E und Energie denken
Ohne frisches Gras sinkt die Vitamin-E-Versorgung, und ein Teil der Energie geht in die Wärmeproduktion. Heulastige Rationen sollten hier gezielt ergänzt werden.
Der beste Zeitpunkt für eine Analyse
Besonders sinnvoll ist der Spätwinter bis zum beginnenden Fellwechsel. Dann lassen sich Lücken erkennen und schließen, bevor Fellwechsel und Weidesaison den Stoffwechsel richtig fordern. So startet dein Pferd versorgt in die anspruchsvollste Zeit des Jahres — statt hinterherzufüttern, wenn das stumpfe Fell schon da ist.
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